Eigentlich schalte ich ja bei den politikerrunden im fernsehen nach fünf minuten immer gelangweilt weg, weil immer wieder die selben hohlen phrasen von den selben langweiligen leuten seit 15, 20 jahren kommen.
Gestern abend bei Günther Jauch bin ich dann doch hängen geblieben. Erstens saß der neue politische geschäftsführer der piratenpartei, Johannes Ponader mit in der runde und zweitens wollte ich mal hören, wie verzweifelt sich die sogenannten etablierten parteien geben, jetzt wo in den letzten drei landtagswahlen die piraten den anderen ordentlich prozente abgenommen haben. Gut, so interessant war die diskussion nicht, erst recht nicht mehr nach dem frau Künast nicht mehr über die piratenpartei herziehen, sondern über sachthemen reden wollte – was ich ja eingentlich begrüßen würde. Ab da passierte aber das was immer passiert wenn anzugträger aufeinander treffen. Es wird nicht mehr diskutiert, sondern es wird sich gegenseitig nur unfähigkeit und das teilweise unter völliger verdrehung der tatsachen vorgeworfen. Während ich das mir so anschaue, denke ich noch “und das ist genau das warum ich die piraten unterstütze und warum ein großer teil meiner generation die nase voll von cducsufdpspdlinkengrünen hat”. Und dann fragt Jauch geziehlt den bisher zurückhaltenden Ponader ob er zu dem eben diskutierten auch eine meinung hat und der antwortet “[...] dann muss ich hier nur sitzen und lächeln um zu erklären, warum die wähler zu uns laufen”. Die runde gleicht seiner aussage einem prügelnden polithaufen, der es nur 30 sekunden lang geschafft hat sich zur sache zu äußern. Interessanterweise fällt den politprofis dazu nichts mehr ein.
Eins noch am rande: der Röttgen, derzeit bundesumweltminister und spitzenkandidat für NRW nächste woche, wurde schon mehrfach, auch in dieser sendung, gefragt, was passiert wenn die CDU nächste woche die wahl nicht gewinnt. Geht er als oppositionsführer in den landtag oder bleibt er bundesminister. Die antwort darauf war, dass das dann gemeinsam von der CDU entschieden werde*. Auch auf mehrfache nachfrage hin, wich er von diesem auswendig gelernten satz nicht ab. Stellt sich mir nur eine frage, wie kann jemand verlässliche entscheidungen für ein land treffen, wenn er noch nicht einmal anstzweise den mut hat, seinen wählern vor der wahl zu sagen, was er persönlich für ziele hat?
* Übersetzt in deutsch heisst das vermutlich so viel wie: er bleibt dann natürlich bundesminister (da verdient man mehr geld).
Wer sich das ganze nochmal angucken möchte, klickt hier auf den link zur ard-mediathek.
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